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Schweden ohne Bargeld: Bald schon Wirklichkeit. Eine bargeldlose Gesellschaft halten derzeit viele Bürger für reine Panikmache.  Dabei ist Schweden auf dem besten Weg, bald den Tod des Bargeldes zu feiern. Wer heute das Gerede von einem Bargeldverbot für reine Angstmacherei hält, kann schon morgen eine böse Überraschung erleben. Ein Blick nach Schweden genügt, um den gläsernen Bürger und das Ende der finanziellen Freiheit des Bürgers befürchten zu müssen.
 

Schwedens Bargeldbestand fast halbiert
Um es gleich vorwegzunehmen: Noch Ende 2008 gab es im Land der Elche Bargeld im Wert von über 112 Milliarden Schwedischen Kronen. Bis Februar 2016 ist dieser Betrag wie Schnee in der Sonne auf zuletzt unter 66 Milliarden Schweden Kronen gesunken. Viel fehlt zu einer Halbierung des Bargeldbestandes nicht mehr und die Entwicklung beschleunigt sich in den letzten Monaten sogar.


 

Bargeld verschwindet aus dem Wirtschaftsleben
Wenn wir die Bargeldmenge in Prozent der Wirtschaftskraft Schwedens ausdrücken, wirkt das Verschwinden des Bargeldes aus der Volkswirtschaft noch bedrohlicher.  Das Bruttoinlandsprodukt steht für die Summe der Güter und Dienstleistungen, die eine Volkswirtschaft in einem Jahr erwirtschaftet. Noch in den 90er Jahren entsprach die in Umlauf befindliche Summe der Banknoten und Münzen in Schweden vier Prozent dieses Bruttoinlandsprodukts. Im Februar 2016 ist dieser Betrag auf nur noch 1,5 Prozent zusammengeschmolzen. Das De-facto-Bargeldverbot ist damit bald erreicht.
 

Abba-Museum ohne Bargeld dank Mastercard
Die Gegner des Bargeldes haben in dem skandinavischen Land ganze Arbeit geleistet. Im Museum der schwedischen Kultband Abba kann der Besucher mit Bargeld nichts ausrichten. Mastercard ist übrigens Sponsor der Einrichtung. Ein Schelm, der Böses denkt. Immer wieder werden ja auch Studien von der Kreditkartenlobby unterstützt, die Bargeld als Träger von Krankheitskeimen ausmachen und somit als Gefahr für die Gesundheit der Menschen brandmarken. Bargeldverbot gleich staatliche Gesundheitsförderung könnte man denken, wenn wir der Kreditkartenlobby auf den Leim gehen. Wer jedoch die Hintermänner und Organisationen hinter dieser Kreditkartenpropaganda kennt, kann sich nicht hinter die Fichte führen lassen.
 

 

Selbst der Klingelbeutel wird durch Kollektomaten ersetzt
In der U-Bahn Stockholms kann mit Bargeld nicht bezahlt werden. Gaststätten schenken das Bier nicht gegen Bargeld aus und Busfahrer akzeptieren keine Banknoten beim Ticketverkauf. Einzelhändler und Firmen haben die Möglichkeit, Bargeldzahlungen auszuschließen. „Nur Bares ist Wahres“ wird in dem Land der Nordlichter somit nur noch unter dem Gelächter der Bargeldfeinde vorgetragen. Selbst in den Kirchen hat der Klingelbeutel den Rückzug angetreten. An seine Stelle treten Kollektomaten. Spendenabgaben sind also ausschließlich per Karten- oder Handyzahlung möglich. Fehlt nur noch, dass danach in der Kirche eine Rangliste der Spender ausgehängt wird. 
 

896 Bankfilialen Schwedens von 1.774 bargeldlos
In Schweden ziehen sich überdies die großen Banken zunehmend aus der Bargeldversorgung  zurück. Ende 2014 waren von 1.774 Bankfilialen bereits 896 bargeldlos. Angeblich ist die Bargeldvorhaltung viel zu teuer. Es wird also für die Bankkunden immer schwieriger, überhaupt noch an größere Mengen Bargeld zu kommen.
 

Bargeld-Tod auf Raten
Wenn der Zugang zu Bargeld erschwert wird, gleichzeitig die Zahlung mit Karten angepriesen wird und immer öfter die einzige Zahlungsmöglichkeit darstellt, braucht man sich über den Tod des Bargeldes auf Raten nicht zu wundern. Ein Bargeldverbot von Staatswegen braucht es da dann kaum noch, wo Handel, Banken und Kreditkartenunternehmen eine „unheilige Allianz“ für jeden freiheitsliebenden Bürger darstellen.
 

Stirbt das Bargeld, stirbt die Freiheit
Ohne Bargeld kann der Sparer nicht vor den Negativzinsen der Europäischen Zentralbank fliehen. Große Investoren werden von den Banken in Deutschland bereits mit Strafzinsen belegt.
Ohne Bargeld gibt es den wehrlosen Sparer, der sich der Mithaftung seiner Spareinlagen bei einer Bankpleite nicht entziehen kann. Spareinlagen über 100.000 Euro pro Person und je Kreditinstitut sind nur gesetzlich geschützt. Seit 2016 darf in Euroland der Staat nur dann Banken vor einer Pleite retten, wenn vorher Aktionäre, Besitzer von Anleihen der Bank und eben auch die Sparer der Bank über 100.000 Euro Bankeinlagen zur Kasse gebeten werden.
Ohne Bargeld gibt es völlige Transparenz der Zahlungsströme für den Staat. Wer hat wirklich nichts, aber auch rein gar nichts zu verbergen?
Ohne Bargeld wird auch das Konsumverhalten für die großen Konzerne völlig gläsern. Gut für die Wirtschaft, aber wirklich ein Gewinn für uns alle?
Die Entwicklung in Schweden ist ein Weckruf für diejenigen, denen das Bargeld lieb und teuer ist.

Der Autor dieses Beitrags, Thorsten Schulte, ist Vorsitzender von "Pro Bargeld - Pro Freiheit e.V." und bittet Sie, am 22. Oktober 2016 um 14 Uhr auf der Hauptwache in Frankfurt die Kundgebung "Pro Bargeld - Pro Freiheit - Stop Bargeldverbot" unserer Initiative zu unterstützen.

Dieser Bericht von Thorsten Schulte erschien in Focus am 15. April 2016: "Schweden macht ernst: Bald gibt es kein Bargeld mehr"

 

 

Video: Bye Bye Bargeld


Quelle: http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=57628

 

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